Hintergrund

Mensch, Entwicklung, Technik.

Da James Bullough Lansing Urvater des von mir eingesetzten Schallwandlers ist, finden Sie hier ein wenig Geschichte über ihn und sein Umfeld. Erwähnen möchte ich an dieser Stelle, dass meine Beschreibung keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

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James Bullough Lansing

1902
James Martini (James Bullough Lansing) wurde am 14. Januar 1902 in Greenridge, Gemeindebezirk Nilwood, Macoupin County, Illinois, als Neuntes der dreizehn Kinder von Henry Martini (geb. in St. Louis, Missouri) und Grace Erbs (geb. in Central City, Illinois) geboren.

1927
James Lansing und Ken Decker gründeten 1927 die Lansing Manufacturing Company (LMCo) und zogen nach Los Angeles. Das Unternehmen baute in erster Linie 15 und 20 cm Anker- und dynamische Konuslautsprecher für Radiosets und Konsolen. Kurz vor der Gründung des Unternehmens änderte James Martini seinen Namen in James Bullough Lansing.
Nachdem Warner mit dem ersten Versuch eines Tonfilms 1926 beinahe Konkurs anmelden musste, läutete man mit "The Jazz Singer" 1927 eine neue Ära ein. Der Jazzsänger, zuerst 1927 mit Al Jolson in der Hauptrolle unter der Regie von Alan Crosland erschienen, gilt als der erste Tonfilm in Spielfilmqualität überhaupt. Der Tonfilm zog das Publikum magisch in die Kinos und Western Electric, Manufaktur der AT&T, wurde schnell bedeutender Zulieferant für die (damals) gerade entstandene Industrie.
Der damals unerwartete Filmerfolg rettete einst die Produktionsfirma Warner Brothers vor dem finanziellen Ruin. Der Film kam nicht zuletzt überhaupt deshalb noch zustande, weil unter anderen Al Jolson auf seine Gage verzichtet hatte und "nur" eine prozentuale Beteiligung an einem möglichen Kassenerfolg mit Warner Bros. vereinbart wurde. Sam Warner, der sich bei Warner Brothers am stärksten für die neue Technologie eingesetzt hatte, starb am Tag vor der Welturaufführung und konnte so den Durchbruch des Tonfilms, den er maßgeblich gegen erhebliche Widerstände in der Familie und der Branche durchgesetzt hatte, nicht mehr erleben.
Auch die Bell Laboratories trugen stark zur Entwicklung von Film und Fernsehen bei.

1931
Die frühen Western Electric Theater Lautsprecher waren Breitband Exponentialhorn Konstruktionen, aus Platzgründen schneckenförmig gebogen. An diesen Hörnern wurden die Western Electric 555 Treiber verwendet und man konnte das Frequenzband von etwa 100 Hz bis 5000 Hz mühelos und sehr natürlich übertragen. Im Lauf der Zeit ergänzte Western Electric diese Installationen mit Hochton Treibern und 46 cm Jensen Tieftoneinheiten mit grossen Schallwänden zur Steigerung der Klangqualität.

1933
Der jüngere Bruder Bill Martini und später auch sein Bruder George zogen nach Kalifornien und schlossen sich James Lansing an. Die Familie arbeitete auch von zu Hause und die vorgefertigten Einzelteile wie Membranen und Schwingspulen wurden am kommenden Tag in der Fabrik zu fertigen Lautsprechern zusammengesetzt. Das Unternehmen verlegte seinen ständigen Sitz in die McKinley Avenue 6900 im Süden von Los Angeles.
Douglas Shearer, Leiter der MGM-Tonabteilung und Bruder des Filmstars Norma Shearer, war sich sicher, die Übertragungsqualität der bestehenden Western Electric und Radio Corporation of America (RCA) Systeme überbieten zu können und engagierte einige Experten. Darunter der Elektro-Ingenieur John Hilliard, Robert Stephens (der später die Firma Stephens TruSonic gründete) und John Blackburn, ein Diplom-Physiker des California Institute of Technology. Zusammen entschlossen sie sich für die lokal ansässige Lansing Manufacturing Company als Lieferant für Lautsprecher- und elektrische Komponenten.
Das Shearer MGM System entstand und wurde zwei Jahre lang perfektioniert. Es war eine großes Zwei-Wege-System und bestand aus einem Hochtontreiber gekoppelt an ein vielzelliges Horn (im Auftrag von MGM hergestellt) und einem offenen gefalteten "W"-Horn für den Tieftonbereich. James Lansing entwickelte die Lautsprecher-Komponenten für das System. Der Hochtontreiber hatte eine 71 mm Flachdraht Schwingspule/Aluminiummembran und wurde nach dem Western Electric Vorbild mit einem Phasenkorrekturelement, bestehend aus ringförmigen Schlitzen nach Edward C. Wente und Albert L. Thuras, konzipiert. Die Schwingspule des Tieftonlautsprechers 15XS hatte 51 mm Durchmesser und war mit Runddraht gewickelt. Beide Treiber waren Feldspulenlautsprecher. 1937 gewann das Shearer MGM-System eine Auszeichnung von der Academy of Motion Picture Arts und Sciences für technischen Fortschritt.
Das Lansing Manufacturing Shearer Horn (Modell 75W5 - Höhe 356 cm x Breite 330 cm x Tiefe 83 cm) hatte entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Tonfilmindustrie. Die Qualität der Klangwiedergabe machte einen wesentlichen Fortschritt und setzte einen neuen Standard. Dieser war wiederum grundlegende Voraussetzung zur Gründung verschiedener Unternehmen.
Nach der Einführung des Shearer Systems erhob Western Electric Einwände gegen die Verwendung des ringförmigen Phasenkorrekturelementes in den Lansing Manufacturing Company 284 Hochtontreibern, da dieses Element bereits von Bell Lab's zum Patent angemeldet war und in den WE594 und 555 Treibern Verwendung fand. Daraufhin entwickelten John Blackburn und James Lansing ein Korrekturelement mit radialen Schlitzen. Der neue Hochtontreiber mit 38 mm Mundöffnung hieß Modell 285.

1936
Nach der Einführung des Shearer Horns suchte James Lansing ein Jahrzehnt nach Möglichkeiten, die gleiche Klangqualität bei kleineren Monitorlautsprechern zu realisieren.
Die erste Entwicklung war eine verkleinerte Version des Shearer Horns, das Lansing Manufacturing Monitor System 500A für Film und Grammophon-Aufnahmen. Das ursprüngliche Shearer Horn verwendete vier 15XS Bass-Treiber und ein großes vielzelliges Horn, das System 500A verwendete einen einzigen 15XS Bass-Treiber in einem kleinen "W"-Horn-Gehäuse. Der 285 Treiber wurde auf ein neues, viel kleineres vielzelliges Horn 805 montiert. Dieses System wurde in kleineren Sälen und Theatern für die Tonwiedergabe verwendet.
Aufnahmestudios bestanden damals aus einem relativ großen Aufnahmeraum und einer kleinen schalldichten Kabine. Diese Kabine diente den Technikern als Kontrollraum zur Überwachung der Aufnahme. Auch das Monitor System 500A (Höhe 122 cm x Breite 135 cm x Tiefe 72,5 cm) war zu groß für den Einsatz in den meisten dieser Kontrollräume.

1937
James Lansing und Dr. John F. Blackburn stellten schon 1937 den noch kompakteren Nachfolger mit dem Namen Iconic vor. Das "W"-Horn wurde durch ein Bassreflexgehäuse mit dem neuen 386 mm Tieftonlautsprecher Modell 815 ersetzt und für den Hochtonbereich ab 800 Hz kam der ebenfalls neue 45 mm Hochtontreiber Modell 801 mit 25 mm Mundöffnung und das Horn 808 zum Einsatz. Das System bot eine Linearität von +/- dB zwischen 40 Hz und 10.000 Hz.

Lansing Manufacturing 801 und 815
Mit den Treibern 801 und 284/288 hinterließ uns James Lansing ein erstaunliches Vermächtnis. Der 801 blieb mit kleinen Veränderungen und nach Übernahme durch Altec bis zur Schließung der Altec Lansing Professional Division von Telex Communications im Mai 2000 in Produktion. Mitte der 1940er ersetzte Altec Lansing Corporation die Feldspule durch einen Alnico-Magnet und nannte den Treiber Modell 802. Dieser blieb unverändert in Produktion bis 1977. Dann wurde der Alnico- durch einen Ferrit-Magnet ersetzt und der Treiber wurde unter der Bezeichnung 902 angeboten. Das ursprüngliche Konzept und die grundlegenden Ideen des 801 blieben bis zur endgültigen Version 902, also nunmehr über 60 Jahre gleich.
Dieses Vermächtnis lebt weiter in aktuellen Treibern wie z. B. dem JBL 2426. Der 2426 ist ein Nachfolger des Modells 175, das James Lansing 1947 konzipierte.

Die Inspiration für das Kilimanjaro-Series Modell A801WVL war der ursprüngliche Hochtontreiber 801.

The General Purpose Model
Iconic Modell 812 (815 LF - 801 HF - 808 Horn; 75 cm x 65 cm x 44,5 cm)

The Salon Model
Iconic Modell 810 (110 cm x 79 cm x 50 cm)

801-B
Belastbarkeit: 20 Watt bei 800 Hz Trennfrequenz
Impedanz: 15 Ohm bei 1000 Hz
Feldspulen Widerstand: 650 Ohm
Feldstrom: 95 Volt bei 146 mA
Abmessungen: 12 cm Durchmesser x 9,5 cm Länge.

901-B
Permanent Magnet Modell des 801-B
Verwendet in Iconic Lautsprecher Modell 812-PM und 816-PM
Abmessungen: 12,7 cm Durchmesser x 8,6 cm Länge.

Modell 287
Belastbarkeit: 40 Watt bei 500 Hz Trennfrequenz
Impedanz: 22 Ohm bei 1000 Hz
Feldspulen Widerstand: 2500 Ohm
Feldstrom: 220 Volt bei 88 mA
Abmessungen: 16,5 Durchmesser x 10,8 Länge.

387
Permanent Magnet Modell des 287
Impedanz: 22 Ohm bei 1000 Hz
Abmessungen: 16,5 Durchmesser x 10,8 Länge.

815
Belastbarkeit: 25 Watt
Impedanz: 6 Ohm
Feldspulen Widerstand: 1600 Ohm
Feldstrom: 200-240 Volt bei 125 bis 150 mA
Abmessungen: 38,6 cm Durchmesser x 24 cm Länge

1938
Die Geschichte des Tonfilms war an ihrem Wendepunkt angelangt, als die Regierung der Vereinigten Staaten das damalige Monopol von Western Electric im Bereich Tonfilm 1938 zerschlug. Western Electric wurde gezwungen, sich von bestimmten Betrieben der Tonfilm Branche zu trennen, einschließlich Lautsprecher und der zugehörigen Verstärker.
Western Electric gab letztlich seine Zustimmung und die entsprechenden Abteilungen wurden für 1 Dollar an eine Gruppe von Ingenieuren verkauft. Diese Ingenieure bildeten eine neue unabhängige Gesellschaft, die Altec Service Corporation. Der Name Altec entstand aus den Worten "All technical" und sollte den Hauptgeschäftsbereich zum Ausdruck bringen. Die Leiter des neuen Unternehmens Altec Service Corporation waren George Carrington und El Conrow.

1941
James Lansings Geschäftspartner und Reserveoffizier der Army Air Force Ken Decker verunglückte 1939 bei einem Flugzeugabsturz tödlich. Ohne die Geschäfts- und Management-Fähigkeiten Deckers litt das Geschäft der Lansing Manufacturing Company und James Lansing erkannte 1941, dass ein Verkauf der einzige Weg war, das Unternehmen zu retten.
George Carrington und El Conrow schlugen James Lansing die Fusion der Altec Service Corporation mit der Lansing Manufacturing Company vor und erwarben die Lansing Manufacturing Company am 4. Dezember 1941 für 50.000 Dollar. Anschließend wurde das Unternehmen in Altec Lansing Corporation umbenannt.
Mit der Stabilität durch die Fusion war James Lansing endlich wieder frei, seine Arbeit ohne finanzielle Sorgen fortzusetzen. Während dieser Jahre perfektionierte er viele Herstellungs- und Fertigungsprozesse und es entstanden drei weitere bemerkenswerte Systeme: Der Duplex 601/604, der Tiefton-Lautsprecher 515 und zusammen mit John Hilliard das erste Voice of the Theater System, die A-4.

Die Inspiration für das Kilimanjaro-Series Modell A515WVL war der ursprüngliche Tiefmitteltonlautsprecher 515.

1943
Die Lösung für ein System mit hoher Klangqualität und kompakten Ausmaßen schien in einer koaxialen Anordnung der Lautsprecher-Treiber zu liegen.
Der Duplex-Lautsprecher 601
Die Idee eines Koaxial-Systems als Nahfeldlautsprecher wurde James Lansing von einem Altec Händler namens Art Crawford vorgeschlagen. James Lansing verfolgte diesen Vorschlag sofort, denn er beinhaltete eine ganze Reihe von Vorteilen. Nicht nur, dass damit die Größe erheblich reduziert werden konnte, als ebenso wichtig erkannte er die Entwicklung eines Lautsprechers als Punkt-Quelle (Point Source). Im Nahfeld nämlich waren die verschiedenen Schallquellen der sonst üblichen 2-Wege-Systeme, die auseinander liegenden Bass- und Hochtoneinheiten, deutlich wahrzunehmen.

Die Konstruktion für einen koaxialen 2-Wege-Lautsprecher basierte auf einer modifizierten Version des 801 hinter einem 15 Zoll Konus-Lautsprecher. James Lansing fertigte ein mehrzelliges Horn mit kontrolliertem Abstrahlverhalten und den Verlauf des Hornhalses der Hochtoneinheit durch die Schwingspule des Konus-Lautsprechers hindurch. Aufgrund der Abmessungen wurde die Trennfrequenz auf 1200 Hz festgelegt. Die Tieftoneinheit verwendete einen nahtlosen Papier-Konus und eine 51 mm Schwingspule. Die Polplatte war extrem dick, um auch bei maximaler Membranauslenkung zu gewährleisten, dass sich die Schwingspule stets im homogenen Magnetfeld befindet. Beide Antriebseinheiten verwendeten schwere Feldspulen, eingebettet in dickwandige Eisentöpfe. Die Luftspalte waren extrem eng und präzise, um hohe Flussdichten zu erreichen. Dies führte zu einem effizienten Treiber mit minimalen Verzerrungen.
Der Feldspulen-Duplex wurde 1943 als Modell 601 eingeführt (der in den 50er Jahren hergestellte 300 mm Permanentmagnet-Koaxial-Treiber 601 hat nur den gleichen Namen). Das Original war ab 1943 als Komponente oder als Kit zusammen mit den Fertiggehäusen Modell 602 oder dem Modell 605 verfügbar.
Fast unmittelbar nach der Einführung begann James Lansing mit der Entwicklung einer Permanentmagnet-Version. Diese wurde später als Modell 604 Duplex berühmt. Die Altec Lansing Corporation nahm zu Kriegszeiten an einem Programm zur Entwicklung von wasser- und luftgestützten Erfassungsradaren teil. George Carrington, der Präsident der Altec Lansing Corporation, erkannte die Vorteile der dort verwendeten Alnico V Magnete. Alnico V war deutlich stärker als frühere Permanentmagnete und George Carrington ließ überprüfen, inwieweit sich die aktuelle Produktlinie umstellen lassen würde.
Bei der Neugestaltung des magnetischen Antriebs für den Tieftonbereich beschloss James Lansing die Änderung auf eine 75 mm Flachdrahtschwingspule. Dies war damals der größte Schwingspulendurchmesser eines 386 mm Treibers. Erste Tests bewiesen zum ersten Mal in der Geschichte, dass ein Permanentmagnet- einem Feldspulen-Lautsprecher mit gleichen Abmessungen ebenbürtig oder sogar überlegen sein könnte.

1944
1944 stellte James Lansing den ersten 604 Duplex mit Alnico V als Magnetmaterial vor. Dieser Lautsprecher hatte tatsächlich einen noch besseren Wirkungsgrad als der ursprüngliche Duplex 601 und war auch höher belastbar. Der 604 Duplex konnte sich schnell einen ausgezeichneten Ruf erwerben und galt fortan als führender Rundfunk-Monitor. Der 604 wurde zu einem der erfolgreichsten Monitore in der Aufnahmegeschichte und ist bis heute in weiter verbesserter Form in Produktion.
James Lansing erkannte, dass sich dieser Lautsprecher nicht nur für den Tonfilmmarkt eignete.
So wurde der 604 in den verschiedensten Systemen und in unterschiedlichen Gehäusetypen in Public Address, Paging, Broadcasting und auch für den Musikliebhaber zu Hause eingesetzt. Der Erfolg erstreckte sich bis hin zum allgegenwärtigen Monitorlautsprecher in Tonstudios. In den 80er Jahren wurde der 604-8G als OEM-Treiber in das beliebte Urei 813 Monitor-System integriert. Bis 1998 gab es noch State-of-the-art Lautsprecher mit dem 604-8K. In diesem Jahr wurde die Oklahoma City Produktionswerkstätte des 604 von Telex Communications geschlossen.

Die Inspiration für das Kilimanjaro-Series Modell A604WVL war der ursprüngliche Duplex-Lautsprecher 604.

1945
Abmessungen des 605 Floor Cabinet (Höhe 91,5 cm x Breite 80 cm x Tiefe 44,5 cm)
Abmessungen des 606 Wall Cabinet (Höhe 60 cm x Breite 83,5 cm x Tiefe 61 cm)

1946
Die fünf Jahre (1941-1946) bei Altec Lansing Corporation gingen für James Lansing zu Ende und er gründete am 01.10.1946 das Unternehmen Lansing Sound, Incorporated, das heute unter dem Namen JBL bekannt ist. Die Eigentümer des Unternehmens waren James B. Lansing, Chauncy Schnee und der Finanzberater Chester L. Noble.
Die Altec Lansing Corporation drängte die Lansing Sound, Incorporated von Anfang an zur Namensänderung, da sich der Name Lansing bereits zur Marke für bestimmte Produkte entwickelt hatte.
In einer außergerichtlichen Einigung mit George Carrington änderte die Lansing Sound, Incorporated ihren Namen in James B. Lansing Sound, Incorporated. Mit dieser Änderung waren alle Beteiligten zufrieden, da sie die Aufmerksamkeit auf James Lansing als Person und nicht mehr auf bestimmte Produkte lenkte.
Der erste Briefkopf des neuen Unternehmens James B. Lansing Sound, Incorporated enthielt die Adresse des Büros von Chester Noble, 510 South Spring Street, Los Angeles. Er enthielt aber auch den Fabrikstandort San Marcos, einer kleinen Stadt im San Diego County, in der Nähe einer Avocado- und Zitrusfrüchte-Ranch in James Lansings Besitz. James Lansing unterhielt eine komplette Werkstatt auf diesem Gelände. Hier begann er seine neuen Lautsprecher herzustellen.
Das erste Produkt der James B. Lansing Sound, Incorporated war das Modell D101. Ein 386 mm Tiefton-Lautsprecher, dem frühen Altec Lansing Modell 515 aus dem Gesicht geschnitten. Dieser Treiber hatte eine Aluminium-Kalotte und eine belüftete Schwingspule. Bald kamen weitere Komponenten hinzu und man brachte eine Kopie des original Iconic Lautsprecher-Systems auf den Markt. Dreist verwendete die James B. Lansing Sound, Incorporated auch den Namen Iconic für die ersten Lautsprecher. Die Verwendung der Marke Iconic wurde aber später durch die Altec Lansing Corporation untersagt.
Die Hochtoneinheit D175 wurde bis in die 70er Jahre gefertigt. James Lansing entwickelte einen Tieftonlautsprecher D130 mit einer 100 mm Schwingspule. Der D130 löste den D101 1948 ab.
Ampex stellte Lautsprecher-Komponenten im Rahmen einer Lizenz-Vereinbarung für JBL her. Einige Jahre später produzierte und vermarktete Ampex Kino-Komponenten mit der Aufschrift "Jim Lansing by Ampex".
Abmessungen des 605A Floor Cabinet (Höhe 96,5 cm x Breite 76 cm x Tiefe 40,5 cm)
Abmessungen des 606 Wall Cabinet (Höhe 101,5 cm x Breite 76 cm x Tiefe 43 cm)

1949
Nach langjähriger Freundschaft wird William Thomas 1946 Mitglied des Kontrollgremiums der James B. Lansing Sound, Incorporated.
James Lansing wollte den Betrieb in San Marcos auslagern woraufhin William Thomas ihm Räume in der Marquardt Anlage anbot.
James Lansing kämpfte mit erheblichen finanziellen Schwierigkeiten und verschuldete sich bei Marquardt.
Die Beteiligung an der James B. Lansing Sound, Incorporated stieg auf 70% des Unternehmens als James Lansing 1949 starb.
Anfang 1949 wurde Marquardt von General Tire erworben, die kein Interesse an der Geschäftsbeziehung mit der James B. Lansing Sound, Incorporated hatten und die Verbindung brach ab.
James B. Lansing, Incorporated räumte die Marquardt Anlage und zog an den vierten Standort in drei Jahren, 2439 Fletcher Drive, Los Angeles.
An Wochenenden hielt James Lansing in der Regel bei seinem Bruder Bill Martini auf dem Weg nach San Marcos. Während George Martini bei James Lansing arbeitete entschloss sich Bill bei Altec Lansing zu bleiben. Die wöchentlichen Besuche waren eine Möglichkeit mit Bill in Kontakt zu bleiben. Am Donnerstag den 24.09.1949 besuchte James Lansing seinen Bruder das letzte Mal und fuhr weiter nach San Marcos, wo er sich später am Abend, verzweifelt über den Gang der Geschäfte, das Leben nahm. Er ruht auf dem Inglewood Park Friedhof in Los Angeles.
William Thomas nahm sich der Marquardt Beteiligungen an und wurde später Präsident der James B. Lansing Sound, Incorporated und übernahm schließlich die vollständige Kontrolle und Verwaltung des Unternehmens.
Der Lautsprechermarkt war für William Thomas von immer größerem Interesse und 1949 verließ er die Marquardt Aircraft, die er mit Roy Marquardt 1946 gegründet hatte.
Dies war eine entscheidende Zeit für die James B. Lansing Sound, Incorporated. Das Unternehmen stand am Rande des Konkurses.
Jahre zuvor hatte James Lansing eine Lebensversicherung im Namen des Unternehmens über 10.000 Dollar abgeschlossen. Diese Vorahnung ermöglichte es William Thomas die Zukunft des Unternehmens zu sichern. William Thomas zahlte die Unternehmensschulden mit diesen und weiteren 10.000 Dollar aus eigenen Mitteln zurück.
Dennoch erkannte William Thomas, dass drastische Maßnahmen erforderlich waren, um das Unternehmen zu retten. Er entwarf einen Drei-Jahres-Plan, der den Verkauf verdreifachen und die Kosten um 30% reduzieren sollte. Alles verlief planmäßig und die James B. Lansing Sound, Incorporated erreichte den Break-even-point 1952.
Danach entwarf William Thomas einen weiteren Geschäftsplan und expandierte erfolgreich weiter.
Ein Drittel des Unternehmens James B. Lansing Sound, Incorporated gehörte Frau Lansing. Während der frühen fünfziger Jahre handelte William Thomas den Kauf dieses Anteils von Frau Lansing aus und wurde zum alleinigen Eigentümer des Unternehmens.

1954
Mit der Entwicklung des legendären Treibers Modell 375, verschiedener Hörner und akustischen Linsen schaffte die James B. Lansing Sound, Incorporated über die Ampex Corporation und Westrex den Weg in das Theater- und Film-Geschäft.
John Frayne von Westrex und Bart Locanthi von James B. Lansing Sound, Incorporated entwickelten ganz neue Produkte für die sehr aktive, in Los Angeles ansässige, Aufnahme-, Film- und TV Industrie.
Auf einer Versammlung, auf die John Frayne einen alten WE 594 Treiber mitbrachte, fragte er Bart Locanthi und William Thomas ob James B. Lansing Sound, Incorporated ein modernes Äquivalent bauen könne.
Der WE 594 Treiber war einzigartig und mit einer 100 mm Schwingspule/Membran und einer 51 mm Mundöffnung ausgestattet. Aufgrund der Zerschlagung des Western Electric Monopols 1938 war dieser Treiber schon lange nicht mehr in Produktion.
Bart Locanthi prüfte den Treiber und vereinbarte, umgehend einen Prototyp zu entwickeln.
Der Prototyp war mit dem WE 594 identisch bis auf den Antrieb, den Bart Locanthi durch einen Alnico V Magneten ersetzte.
Der sich aus dieser Entwicklung ergebende Treiber war das Modell 375, eingeführt 1954, und dieser Treiber wurde der bedeutendste professionelle Treiber, der jemals von der James B. Lansing Sound, Incorporated entwickelt wurde.
Der 375 war nur ein Bestandteil des Systems, welches für Westrex entwickelt wurde.
Auch ein einzigartiger Bass-Treiber, das Modell 150-4C wurde produziert.
Dieser Treiber hatte einen tiefgezogenen Papierkonus, um die Steifigkeit und Leichtigkeit für den Horneinsatz bei maximalem Wirkungsgrad zu gewährleisten.
Vier Stück 150-4 waren in einem neuen Gehäuse, das Modell T550A.
Auch eine neue akustische Linse für den 375 wurde gefertigt. Zwei Kombinationen aus Treiber und Linse waren Bestandteil jeder T550A.
Zum ersten Mal hatte James B. Lansing Sound, Incorporated ein Theatersystem, das mit den Altec Lansing Corporation VOTT Systemen in Wettbewerb trat.
Die T550A wurde direkt von James B. Lansing Sound, Incorporated als "Jim Lansing Theater Sound System" und von Ampex als Modell C6000 verkauft.

1955
Bis etwa 1955 verkaufte William Thomas die Lautsprecher mit der Aufschrift James B. Lansing Sound, Incorporated.
Die James B. Lansing Sound, Incorporated wuchs und war bereits Mitte der 50er Jahre ein bedeutendes Unternehmen. George Carrington von Altec Lansing Corporation war gezwungen, etwas gegen die Nutzung des Namen Lansing zu unternehmen. George Carrington und Alvis Ward von Altec Lansing Corporation einigten sich außergerichtlich mit William Thomas, dass der Name Lansing so nicht mehr verwendet werden durfte.
William Thomas machte einen brillanten Vorschlag zur Kennzeichnung der Ware unter Beibehaltung des Firmennamens James B. Lansing Sound, Incorporated. Fortan waren die Initialen JBL und das bekannte Ausrufezeichen auf allen Produkten.
Das neue Logo unterstützte den schnellen Aufstieg des Unternehmens sogar und JBL wurde in den späten 50er Jahren weltweit bekannt.

1958
James Lansing und Alan D. Blumlein, der Vater der Stereo Technik, erhielten posthum die Auszeichnung der Audio Engineering Society in New York. Frau Lansing nimmt diese entgegen.

1969
JBL ging 1969 an die Jervis Corporation und den Vorsitz übernahmen Sidney Harman und Arnold Wolf.

Heute stellt JBL Lautsprechersysteme für den Heim- oder Studiobereich her und in den 80er Jahren entwickelte JBL das erste THX-Kino-Lautsprechersystem für Lucasfilm Ltd.. Außerdem ist JBL in der professionellen Beschallungstechnik ein bekannter Hersteller für PA-Lautsprecher. JBL gehört heute zur Harman International Industries, Incorporated.

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Quellen
John Eargle
Arnold Wolf
Mark Gander
Scott Pratt
Paul Barello

Literaturangabe
http://en.wikipedia.org/wiki/JBL
http://www.audioheritage.org/html/history/history.htm
http://www.lansingheritage.org/html/altec/altec.htm
http://www.lansingheritage.org/html/jbl/jbl.htm
http://www.lansingheritage.org/html/lmco/lmco.htm
http://www.audioheritage.org/html/people/people.htm
http://www.hifilit.com/hifilit/Altec/Altec.htm
http://www.hifilit.com/hifilit/JBL/JBL.htm
http://alteclansingunofficial.nlenet.net/History.html
http://www.altecpro.com/products/vintage/index.htm
http://www.aes.org/info/awards.cfm

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